Weißenthurm. Organisiert vom Pastoralreferent Ulli Britten, in die Praxis umgesetzt von zahlreichen Gruppenleitern und Mitgliedern der Katholischen Jugend, den DPSG-Pfadfindern, von Firmlingen und anderen engagierten jungen Menschen, kann auch die diesjährige Bolivien-Kleidersammlung in den katholischen Kirchengemeinden des früheren Dekanats Bassenheim durchaus als Erfolg betrachtet werden.

 „Während des gesamten Samstagmorgen rollten die Fahrer mit den Traktoren und Anhängern aus St. Sebastian, Kaltenengers, Urmitz, Urmitz/Bhf., Kettig, Kärlich, Mülheim und Bassenheim auf das Gelände des Güterbahnhofs Urmitz/Bhf. und brachten eine große Anzahl von prall gefüllten Kleidersäcken.“ berichtete Ralf Böhm, der vor über 15 Jahren durch die Kärlicher Kolpingjugend zu der Hilfsaktion gekommen war. Er ist als „Bahnhofs- oder Verladeverantwortlicher“ eingeteilt und sorgte dafür, dass die angelieferten Kleidersäcke rasch und ordnungsgemäß in den bereitstehenden LKW umgeladen wurden.
Während die Urmitzer mit ihren älteren Pfadfindern anrückten, kamen aus Mülheim David Anheier und Andreas Linden mit Brigitte Zahraj und Johannes Nikenich am Bahnhof an. Die gut gelaunten Jugendlichen auf den Anhängern hatten die Kleidersäcke rasch in den bereitstehenden LKW umgeladen, um anschließend ein wohlverdientes Frühstück im Bahnhofer Pfarrsaal einzunehmen.
In Kärlich war die Kolpingjugend aktiv wobei es sich weder Josef Koch als Fahrer noch Klaus Redwanz als Vorsitzender der Kolpingfamilie nehmen ließen, die Jugendlichen zu begleiten und aus Bassenheim war Gemeindereferentin Irene Möntenich mit den Pfadfindern unterwegs, um die bereitstehenden Kleidersäcke abzuholen und zum Güterbahnhof zu bringen.
„Es ist für uns wichtig, der Öffentlichkeit darzustellen, dass natürlich die gebrauchte Kleidung nicht nach Bolivien versandt wird. Vielmehr arbeitet der BDKJ im Bistum Trier mit dem Dachverband „FairWertung“ zusammen. Die LKW bringen ihre Kleiderladung nach Holland, wo sie sortiert, gesäubert und unterschiedlichen Zwecken zugeführt wird“ erläuterte Ralf Böhm.
Der Erlös aus dieser Aktion wird seit über 40 Jahren den bolivianischen Partnern zur Verfügung gestellt, die mehr als 40 Ausbildungszentren für circa 2000 Jugendliche unterhält bzw. die gesamte katholische Jugendarbeit in Bolivien koordiniert. Vielen Jugendlichen wird unter anderem mit den Gewinnen aus der Kleidersammlung eine Schul- oder Berufsausbildung ermöglicht.
Rund 10.000 Jugendliche sammeln jedes Jahr knapp 2000 Tonnen alte Kleidung. Alles ehrenamtlich, denn sonst wäre diese Aktion gar nicht durchführbar. Aber sie hat offenkundig Spaß gemacht, wie dies zum Beispiel beim Trupp der Bahnhofer Jugend leicht festzustellen war.

(Artikel und Foto aus der "Blick Aktuell" Nr. 11/2007)